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Nochmal angekommen...

...um tschüss zu sagen. Die letzten Begegnungen passieren gerade. Und was mein kurze intensive Zeit hier wesentlich geprägt hat sind: Neue Freundschaften, die entstanden sind. Eine davon hat gestern ins Panari Sky House eingeladen, zur Feier seines 28. Wiegenfestes - und sich nicht lumpen lassen. Gefühlte 2 kg einverleibte Fleischstücke, wobei das Krokodil hierbei besonders hervorzuheben wäre, haben mir den Abend versüßt. In der brasilianischen Churrascaria liegt ein kleines Blatt Papier vor Dir, mit einer roten und einer grünen Seite - je nach Farbe wird Dir ein neuer Fleischspieß direkt vor die Nase gehalten und großzügig davon verteilt... Rot meint: "Nein danke". Grün sagt: "Gib mir mehr, sofort". Es war ein wundervoller Abend und es muss an dieser Stelle mal gesagt werden: Danke. Dir - Geburtstagskind - und allen anderen, die hier dazugekommen sind und die bleiben werden.

 Die letzten Besorgungen sind gemacht, morgen gehts ans Packen. Samstag bis Dienstag verbring ich in der Mara, in Nairobi bin ich nur noch auf Durchflug und im Auto, in dem dann hoffentlich auch mein gesamtes Gepäck liegt...

Verrückte Wochen liegen hinter mir. Über meinen bevorstehenden Geburtstag sagt Hannah gestern: Es wird jetzt ernst und seriös. Das mit Ernst und Seriosität ist gerade noch weit weg, aber es darf wieder anfangen und ich freu mich auf das, was kommt. Ich bin gestärkt in dem, was ich will. Und da ist Ausland dabei. Wohin auch immer. Ich bleib unterwegs. Rasende Reporterin "KK" (gell, ihr Coloris) oder flying teacher. 

Danke für das rege Interesse an diesem verflixten Blogexperiment hier. Ich habs gesagt: Das ist echt tricky. Aber ab und zu war vielleicht was Sinnvolles dabei.

Immer die Eure und damned: BIS BALD!,
Sarah

 PS: Zum Blogprotagonisten Terror kann man gerade nicht viel sagen. Wir wiegen uns in Sicherheit, haben wir vorhin festgestellt. So schnell wird man vom Protagonisten zum Statisten.

 

 

 

17.11.11 18:41


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Time is running out...

Seit 2 Tagen bin ich wieder in Nairobi. Da mich dieser Blogeintrag leicht überfordert, musst ich ihn erstmal ruhen lassen und wage mich erst jetzt dran. Denn: Was soll ich erzählen?

So viele gute Augenblicke, Orte und Begegnungen gabs die letzten drei Wochen, dass es schon fast surreal anmutet. Viel Glück, auch seltsam-magische Momente, als ich Susanne und Silke aus Hamburg zum Beispiel am Strand in Diani wiedergetroffen habe - zufällig - nachdem wir uns in der Mara richtig angefreundet haben. Ich sitze am ersten Abend in einer Bar, schau aufs Meer und es ruft plötzlich: Sarah? Sarah! ... verrückt.

Kenia ist ... unglaublich schön, irgendwie sowas in die Richtung, obwohl ich die richtigen Worte nicht finde gerade. Faszinierend vielfältig, überall Tiere, verschiedenste Landschaften, rote Erde, viel Sonne, manchmal Regen, lila Jacarandabäume, Hochland, Tiefland, weisser Strand, Teeplantagen, Steppe, viel Weite. Die Menschen sind (meinem Eindruck nach) irgendwie ruhig bzw. strahlen das auf mich aus, bodenständig, ich fühl mich immer sehr wohl, wenn ich in kenianischer Gesellschaft bin und konnte auch ein paar Kontakte knüpfen.

 Und dann sind es ja auch die kleinen aber feinen AugenBlicke, die so eine Reise ins Unbekannte ausmachen. Vor 3 Tagen am Bahnsteig in Mombasa: Ich sitz mit Muse auf den Ohren auf meinem Rucksack und warte bis kurz vor knapp bis ich in den gefühlt 60 Grad heissen Zug steige, in dem die Moskitos surren. Dann kommt so ein irrer Typ mit seiner absolut verstimmten Gitarre und stellt sich vor mich hin und singt Kumbaya... Oh no. Ich nehm einen Ohrstöpsel raus und sag: "Sorry, I`m already enjoying my music", leicht genervt. 10 Minuten später: Sarah steigt in den Zug ein und lehnt sich jappsend aus dem Fenster, Schnappatmungseinsetzung steht kurz bevor. Und wer steht da und sagt grinsend: "But NOW it`s time to listen to my music" und greift leidenschaftlich in die Saiten? ...da musst ich dann defintiv zurückgrinsen...

Oder der Matatudriver, der mich - ohne was dafür zu wollen - bis direkt zur Kenyan Railways gefahren hat: "I´ll drop you". Oder oder oder...

 

 

 

 

16.11.11 09:00


Hoppla...!

...dass ich mein Kurzpraktikum in einer Luxussafariagentur gemacht hab merken wir daran: Wir befinden uns nun gerade in einer Luxuslodge am Lake Naivasha, inklusive Vollpension, grasenden Hippos um unser Cottage bei Nacht (und deshalb Securities, die einen überall hinbegleiten, Hippos sind gefährlicher als Löwen), direkt am See - ausserdem sehen wir, wenn wir aus dem Fenster schauen: Eugen, die Giraffe (Namensgeber war der gestrige Schreiber) und allerlei Affen, auch Büffel und Pelikane... Einfach irre!

Wir genießen also den geballten Comfort, sind gestern aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Matatus) hier angekommen und haben somit zumindest auf der Fahrt auch das "andere" Afrika hautnah mitbekommen, das, was ein paar Kilometer von hier anfängt. Was uns fasziniert, aber auch einen zunächst schalen Nachgeschmack hinterlassen hat, als wir dann mit warmen, feuchten, nach Eukalyptus duftenden Handtüchern empfangen wurden, um uns Gesicht und Hände frisch zu machen.

 

 

30.10.11 06:09


Der Leopard und der Attentäter

Ich frage mich, was der Leopard wohl gerade tut.

Liegt er wieder in der Baumkuhle, in der ich ihn gestern Mittag zum ersten Mal erblickt habe? Streift er wieder wie nach dem anschließenden Mittagessen direkt neben unserem Jeep durch den strömenden Regen? Oder kuschelt er sich, wie ich es eben gerade auf einer Postkarte gesehen habe, in all seiner Erhabenheit an eine Leopardin?

Afrika ist halt doch Afrika. Tiere ohne Ende, Massen von Zebras und Gnus. Krokodilen und Nilpferden. Giraffen und Elefanten. Löwen und Leoparden. Wer hätte gedacht, dass ich mal auf eine Safari gehen und mit erhöhtem Pulsschlag den Tieren hinterherfahren würde? Gestern war es auf jeden Fall soweit. Ich war auf Safari. Und ich war richtig begeistert.

Und was macht derweil der Attentäter?

Natürlich ist die Angst vor dem Terror hier aktuell ein großes Thema. Auch ich spüre, wie mir anders wird, wenn ich wie vorhin in Nairobi in den Village Market gehe und am Eingang von einer Kontrolle mit Maschinengewehren empfangen werde. Und ich mir innerlich sage: Das ist echt unwahrscheinlich, dass hier etwas passiert. Aber gleichzeitig meine subtile Angst spüre, dass es tatsächlich hier und jetzt passieren könnte.

Doch meine Gedanken schweifen wieder ab.

Vielleicht sitzt er gerade irgendwo in der Weite der Masai Mara und denkt auch an mich. Es gab nämlich diesen einen krassen Moment, in dem er seinen Kopf anhob und wir uns für eine Sekunde in die Augen geschaut haben. Als ich einen kurzen, aber lauten Aufschrei der Begeisterung und des tiefen Respekts von mir gegeben habe.

Wie zwei Welten – das „aktuelle Afrika“ und das „ursprüngliche“. Der unsichtbare Bombenattentäter und der Leopard Auge in Auge. Sie haben meine letzten beiden Tage geprägt und irgendwie zu zwei ganz besonderen Tagen gemacht. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

 P.S.: Ihr ahnt es vielleicht schon: Ich bin nicht die Sarah. Ich bin ihr stiller Begleiter, der für eine Zeit die Augenblicke ihrer Reise einfängt, die sie so vielleicht nicht gesehen hätte. Und sie euch erzählt.

 

28.10.11 20:24


Das alles bestimmende Thema...

...ist "being scared". Gestern gabs zwei Anschläge im Zentrum, zwei Handgranaten, die am frühen Morgen eine Bar und abens einen Busbahnhof trafen. Irritierend daran ist, dass es nun entgegen der Warnungen kein Touristenzentrum getroffen hat. Meine Theorie allerdings besagt, dass sich Al Shabab nun erstmal an den Kenianern selbst rächt. Aber Obacht, es ist noch nicht klar, ob wirklich Al Shabab dahinter steckt.

 Ich hab das Einkaufszentrum "Village Market" (das als "Hotspot" gehandelt wird) gestern dann auch tunlichst gemieden - heute allerdings musste ich hin und ein paar Dinge erledigen, u.a. den Willkommens-Rotwein für Thomas erwerben, Lebensmittel und Wasser erstehen. Um 11 Uhr heute morgen wars ziemlich leer, mit meiner Latte-Zubereiterin, die direkt im "Foodcorner" in der Schusslinie arbeitet, hab ich mich kurz ausgetauscht. Sie sagt, es sei viel weniger los die letzten Tage, und ja, auch sie sei "scared", "very scared". Während sie auf den Milchschaum schaut, sagt sie aber ziemlich bestimmt mit fester Stimme, dass das nichts bringe und sie eben keine andere "opportunity" habe.

 Ich bin definitiv schneller gelaufen als sonst und hab schon auch die ganze Zeit daran gedacht. Was heißt "daran"? Das weiß ich nicht, es ist irgendwie eine diffuse Unsicherheit, auf der Du wie auf einem Teppich läufst. Meine Tasche wurde durchgecheckt, aber es sind nur Einzelproben, die genommen werden können - es gibt einfach zu viele Menschen hier...

 Heute abend kommt Thomas! Und ab morgen früh sind wir auf dem Weg in die Mara und aus der Warnzone raus. Frei bewegen, die erste Safari, mein Lieblingsaussichtspunkt mit Blick auf den Marafluss... gute Aussichten. Darauf wird später erstmal ein "Mara"-Rotwein geköpft!

 

 

25.10.11 14:56


Der Countdown läuft...

...morgen ist erstmal der letzte Tag in Nairobi, es geht los, das Land will erkundet werden. Und Start wird in der Maasai Mara sein, an diesem wunderbaren Ort, an dem ich letzte Woche schonmal sein konnte. Diesmal auch richtig mit Nationalpark und Safari und und und ... morgen Abend kommt meine Reisebegleitung Thomas am Flughafen an, ich freu mich sehr - und werd aufgrund der Terrorwarnungen nicht selbst hinfahren, sondern ein Taxi schicken.

Die Amis haben für das Einkaufszentrum "Village Market" hier um die Ecke ein Vollverbot für ihre Landsmänner rausgegeben, wir waren gestern mittag ganz kurz drinnen, es war sehr leer dort für Sonntag und eine angespannte Stimmung wahrnehmbar. Und die Tourismusbranche hat Sorge ums Business...

Gut, die nächsten Tage ein wenig auf Nairobi-Abstand zu sein.

24.10.11 18:27


Der Terror...

...ist ja wirklich eine sehr virtuelle, ungreifbare, komische Sache. Die US-Botschaft hat gestern ihre Terrorwarnungen nochmal verschärft und sich auf glaubhafte Quellen berufen, nach denen Selbstmordanschläge besonders auf von Touristen besuchte Orte anstehen. Einkaufszentren und Nachtclubs etc. - nun gut, aber was heißt das jetzt für uns? Nachtclubs meiden kann ich gut, fällt mir nicht schwer. Wir wohnen hier aber im 500 Meter-Umkreis des VillageMarkets, einer recht dekadenten Einkaufpassage, mit künstlich angelegten Wasserfällen und Fressgasse und Supermarkt und allem drum und dran. Später werd ich Wasser kaufen gehen (müssen!). Werd ich mich umschauen und die Leute scannen? Mich unwohl fühlen? Schnell wieder da raus? Wirds da leer sein? Oder voll? Terrorwarnungen bringen schlichtweg nur bedingt was, und spielen dem Terror eigentlich auch ganz geschickt mit, weil sie Unsicherheitsgefühle schüren. War gestern kurz im samstäglichen Moloch des Stadtzetrums, das extrem voll war und dachte beim Überqueren einer Straße: "Wenn jetzt hier eine Bombe hochgeht, dann Gut Nacht". Angstgefühle hab ich auch in solchen Momenten überhaupt keine, aber ich merke, dass ebendiese Gedanken ab und zu hochploppen.

Gestern Abend gabs ein schönes Treffen mit meinem Onkel und meiner Großcousine Sonja, die gerade hier auf Urlaub ist. Haben königlich bei einem noch besseren Inder gespeist und heut will ich vor allem eins: Ausruhen und den blauen Himmel genießen, Terrordrohung hin oder her!

 

23.10.11 09:04


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