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Der Leopard und der Attentäter

Ich frage mich, was der Leopard wohl gerade tut.

Liegt er wieder in der Baumkuhle, in der ich ihn gestern Mittag zum ersten Mal erblickt habe? Streift er wieder wie nach dem anschließenden Mittagessen direkt neben unserem Jeep durch den strömenden Regen? Oder kuschelt er sich, wie ich es eben gerade auf einer Postkarte gesehen habe, in all seiner Erhabenheit an eine Leopardin?

Afrika ist halt doch Afrika. Tiere ohne Ende, Massen von Zebras und Gnus. Krokodilen und Nilpferden. Giraffen und Elefanten. Löwen und Leoparden. Wer hätte gedacht, dass ich mal auf eine Safari gehen und mit erhöhtem Pulsschlag den Tieren hinterherfahren würde? Gestern war es auf jeden Fall soweit. Ich war auf Safari. Und ich war richtig begeistert.

Und was macht derweil der Attentäter?

Natürlich ist die Angst vor dem Terror hier aktuell ein großes Thema. Auch ich spüre, wie mir anders wird, wenn ich wie vorhin in Nairobi in den Village Market gehe und am Eingang von einer Kontrolle mit Maschinengewehren empfangen werde. Und ich mir innerlich sage: Das ist echt unwahrscheinlich, dass hier etwas passiert. Aber gleichzeitig meine subtile Angst spüre, dass es tatsächlich hier und jetzt passieren könnte.

Doch meine Gedanken schweifen wieder ab.

Vielleicht sitzt er gerade irgendwo in der Weite der Masai Mara und denkt auch an mich. Es gab nämlich diesen einen krassen Moment, in dem er seinen Kopf anhob und wir uns für eine Sekunde in die Augen geschaut haben. Als ich einen kurzen, aber lauten Aufschrei der Begeisterung und des tiefen Respekts von mir gegeben habe.

Wie zwei Welten – das „aktuelle Afrika“ und das „ursprüngliche“. Der unsichtbare Bombenattentäter und der Leopard Auge in Auge. Sie haben meine letzten beiden Tage geprägt und irgendwie zu zwei ganz besonderen Tagen gemacht. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

 P.S.: Ihr ahnt es vielleicht schon: Ich bin nicht die Sarah. Ich bin ihr stiller Begleiter, der für eine Zeit die Augenblicke ihrer Reise einfängt, die sie so vielleicht nicht gesehen hätte. Und sie euch erzählt.

 

28.10.11 20:24
 


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